Tattooentfernung

Einmal Stechen und zurück, bitte!

Von Nadin Schley · 2019

Als in den 1990er-Jahren die sogenannten „Arschgeweihe“ aufkamen, galten Tattoos plötzlich als hip. Insbesondere reihenweise Frauen stürmten daraufhin die Tattoo-Studios. Doch nicht immer gefällt die Körperkunst einige Jahre später noch. Viele wollen ihre Jugendsünden loswerden. Welche Möglichkeiten haben Betroffene und auf was sollten sie bei der Tattooentfernung insbesondere achten?

Rosen-Tattoo an der Hüfte. Thema: Tattooentfernung
Viele Menschen bereuen irgendwann ihr Tattoo. Foto: iStock/Rawpixel

Tätowierungen sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Sie gelten als schick. Eine aktuelle forsa-Umfrage im Auftrag des Verbraucherportals sparwelt.de hat ergeben, dass jeder siebte Deutsche mindestens ein Tattoo trägt. Männer (14 Prozent) und Frauen (13 Prozent) lassen sich nahezu gleich häufig tätowieren. Doch die Entscheidung für ein Tattoo ist eine Entscheidung fürs Leben. Die Studie zeigt nämlich auch, dass die überwiegende Mehrheit (86 Prozent) der Tätowierten mit ihren Tattoos nicht mehr zufrieden ist. In den letzten Jahren haben sich die Taschen von Millionen von Tätowierern gefüllt, aber auch die Grundlage für den nächsten Millionenmarkt gelegt: Derzeit ist es trendy, ungeliebte Tattoos verschwinden zu lassen.

Tattooentfernung: Überdecken als eine Option

Viele bereuen den Schritt in ein Tattoo-Studio, sei es, weil der Freund, dessen Name auf dem Unterarm steht, der Vergangenheit angehört, das kleine Einhorn auf der Schulter verhunzte Amateurarbeit ist oder sich die Beziehung zum Motiv im Laufe der Jahre einfach verändert hat. Es gibt unzählige Gründe, weshalb sich Betroffene dafür entscheiden. Selbst bei TV-Formaten wie „Horror Tattoos – Deutschland, wir retten Deine Haut!” stehen Betroffene Schlange und hoffen auf ein sogenanntes Cover-up, welches das ungeliebte Motiv mit einem neuen, um einiges größeren Tattoo überdeckt. Dabei werden neue Farbpigmente in dieselbe Hautschicht gestochen wie die bereits tätowierte. Zu den Nachteilen eines Cover-up gehören die Schmerzen, die bei der Sitzung, in der das neue Tattoo auf das alte platziert wird, unvermeidlich sind. Hinzu kommt, dass oft tiefschwarze, deckende Farbpigmente in die obere Hautschicht gestochen werden. Mit der Zeit sacken allerdings auch diese Pigmente ab, die Farben verblassen und das alte, ungeliebte Tattoo kann wieder in Erscheinung treten.

Lasern: effektiv, aber auch kostspielig

Völlig schmerzfrei ist auch die Laserbehandlung nicht. Dafür ist sie die einzige und effektivste Methode, sein Tattoo endgültig loszuwerden. Dabei durchdringt der Laserstrahl die tätowierte Haut und zertrümmert die Farbpigmente in unzählige Bruchstücke, die dann vom Körper über das Lymphsystem über Niere und Darm abtransportiert werden. Grundsätzlich klappt das Weglasern von Tätowierungen bei hellhäutigen Menschen oft besser als bei dunkleren Hauttypen. Für kleine bis mittlere Tattoos stehen mindestens fünf Sitzungen à 60 bis 200 Euro an. Der Betroffene zahlt aus der eigenen Tasche. Allerdings kann eine vielfarbige und große Tätowierung nicht zu hundert Prozent weggelasert werden.

Vom Experten entfernen lassen

Die Prozedur des Entfernens kann aber auch Risiken bergen, denn bei der Behandlung von Pigmentblau können krebserregende Stoffe sowie das Zellgift Blausäure entstehen. Die Entfernung von Tätowierungen birgt also gesundheitliche Risiken und ob sie gelingt, hängt wesentlich von der Größe und Farbe ab. Prinzipiell kann jeder diese Dienstleistungen anbieten, der einen Laser und einen Gewerbeschein hat. Die Behandlung sollte aber bei spezialisierten Hautärzten oder Fachärzten für Ästhetische Chirurgie erfolgen. Denn wenn der Laser nicht richtig eingesetzt wird, kann es zu unschönen Hautverbrennungen, Pigmentveränderungen, Entzündungen und Narbenbildung kommen. Ruckzuck wird man sein einst geliebtes Tattoo also nicht wieder los. Infolge der Tatsache, dass ein Tattoo eine Entscheidung fürs Leben ist und nicht nur das Stechen, sondern auch das Entfernen schmerzhafte Prozeduren sind, sollte der Schritt zu dieser Art der Körperkunst stets gut überlegt sein.

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