PMS-Symptome lindern

Ein Syndrom mit tausend Gesichtern

Von Josephine Richter · 2020

Rund ein Drittel der Frauen leiden jeden Monat kurz vor der Monatsblutung unter dem Prämenstruellen Syndrom (PMS). Einzelne Symptome kennen aber weit mehr Frauen: So haben rund 90 Prozent der Frauen mit zumindest einem Symptom von PMS zu kämpfen.

Eine junge Frau liegt mit Beschwerden und einer Wärmflasche auf dem Bett. Thema: PMS-Symptome lindern
Rund ein Drittel der Frauen leiden unter PMS. Foto: iStock / OcusFocus

Die Symptome treten in der zweiten Zyklushälfte auf – zwischen Eisprung und Regelblutung. Mit Beginn der Blutung verschwinden sie wieder. Deshalb ist das Syndrom nicht zu verwechseln mit den Regelschmerzen während der Periode. Das Portfolio von PMS umfasst rund 200 Symptome – am häufigsten treten Kopf-, Rücken- oder Bauchschmerzen sowie Spannungsgefühle in den Brüsten oder im Unterleib auf. Neben den physischen sind die psychischen Beschwerden wie Stimmungsschwankungen, Heißhungerattacken oder Schlaflosigkeit in gleichem Maße belastend. Verantwortlich für PMS sind nach derzeitigem Erkenntnisstand unter anderem Hormonschwankungen. Die Krux: In welcher Form und wie stark PMS auftritt, ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Oft tun sich Ärzte schwer, das Syndrom zu erkennen und von anderen Krankheiten – zum Beispiel einer Depression – zu unterscheiden. Hier hilft es, ein Tagebuch zu führen und die darin vermerkten Symptome mit dem Frauenarzt zu besprechen. Auch erschwert die individuelle Ausprägung die Erforschung von PMS – und damit die Entwicklung einer vereinheitlichten Therapieform. Zudem wird das Syndrom häufig noch nicht als Krankheit anerkannt. Das liegt auch daran, dass viele Frauen gelernt haben, mit den Symptomen zu leben, einige gar nicht betroffen sind. 

PMS-Symptome lindern – was hilft?

Bei starken Beschwerden wird vielen Frauen die Anti-Baby-Pille verschrieben. Das hormonelle Verhütungsmittel kann helfen, die Hormonschwankungen auszugleichen und so die PMS zu mindern. Allerdings haben die Präparate zum Teil starke Nebenwirkungen. Gleiches gilt für die Behandlung mit Antidepressiva. Bei leichteren Schmerzen sind daher Schmerzmittel die naheliegendere Lösung. Die Wirkung von pflanzlichen Präparaten ist wissenschaftlich nicht erwiesen. Erfahrungsberichte zeigen jedoch, dass auch pflanzliche Wirkstoffe die Symptome des PMS lindern können. Neben Mönchspfeffer, Johanniskraut, Gingko oder Safran greifen immer mehr Frauen auf CBD zurück. Das Hanföl soll eine beruhigende, schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung haben. Wie bei vielen anderen Krankheiten auch kann ein gesunder Lebensstil hilfreich sein. Das bedeutet, auf Alkohol und Zigaretten zu verzichten und sich auch bei leichtem Unbehagen sportlich zu betätigen. Vor allem Ausdauersport wie beispielsweise Joggen kann Schmerzen vorbeugen.

Quellen
Refinery29: Warum wissen wir 2020 immer noch mehr über Erektionsstörungen als über PMS?
Quarks: Was ist dran an PMS?

Das grüne Gold

Cannabidiol (CBD) ist eine natürlich vorkommende chemische Verbindung aus der Cannabispflanze (Hanf). Es ist es aber nicht psychoaktiv, löst also kein Rauschgefühl aus. Dafür hat es eine schmerzlindernde Wirkung und wirkt sich positiv auf das Wohlbefinden aus. Es kann bei den unterschiedlichsten Krankheiten helfen, zum Beispiel bei ADHS oder bei Depressionen – oder eben auch bei Symptomen von PMS wie Unterleibskrämpfen oder starken Kopfschmerzen. Das liegt daran, dass Hanf-Cannabinoide den körpereigenen Endocannabinoiden stark ähneln. Dadurch können sie den Prozess in den höheren Organen unterstützen, was sich positiv auf die Gesundheit auswirkt. CBD ist in vielen verschiedenen Formen frei verkäuflich, von Tee über Kapseln bis hin zu Cremes. Am beliebtesten unter den Anwendern ist das CBD-Öl, denn es hat den Vorteil, dass es individuell dosiert werden kann. Obwohl Hanf eine der ältesten Nutzpflanzen der Welt ist, hat CBD als Medikament erst in den vergangenen Jahren an Aufmerksamkeit gewonnen. Auf der ganzen Welt werden die therapeutischen Eigenschaften von Wissenschaftlern und Ärzten getestet und teilweise bestätigt. Dabei belegen zahlreiche Studien, dass das Medikament nebenwirkungsarm ist. So erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 2017 Cannabidiol zu einer wirksamen und sicheren Substanz.

Quellen
Elle: Tampons mit CBD-Öl
Krankenkassenzentrale: CBD bei Regelschmerzen
Was ist CBD?

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