Schüßler-Salze

Zur Genesung sind es deren 12

Von Sara Bertsche · 2018

Schüßler-Salze. Tabletten liegen auf einem Tisch

Von Patienten geschätzt, von Kollegen Zeit seines Lebens unterschätzt: Wilhelm Heinrich Schüßlers Naturheilverfahren ist bis heute wissenschaftlich nicht anerkannt – dennoch schwören vor allem Frauen auf die Anwendung seiner Salze. Denn gerade bei unliebsamen Beschwerden während der Menstruation oder in den Wechseljahren versprechen diese auf schonende Weise Linderung.

Als der engagierte Arzt aus dem Ammerland in den 60er- und 70er-Jahren des 19. Jahrhunderts die Eigenschaften von Mineralien erforschte, war er auf der Suche nach einer risikoarmen Heilmethode. Bei seinen Studien entdeckte Schüßler zwölf Mineralsalze im Körper des Menschen, die für gesunde Organe elementar sind. Vorhandene Mangelerscheinungen sollten durch Salze ausgeglichen werden, die Schüßler in verschiedenen Potenzen verabreichte. Heute am gebräuchlichsten sind die Potenzen D6 und D12. Je höher die Zahl hinter dem Buchstaben D, desto stärker die Verdünnung der Mineralsalze. Ganz nach dem Motto: So viel wie nötig, so wenig wie nötig. 

Schüßler-Salze: Sanfte Alltagshelfer 

Bei Krämpfen gab er zum Beispiel ein Pulver aus Kalium- und Magnesiumphosphat, beides Minerale, die das Muskelgewebe dominieren und entkrampfend wirken. Die Ärzteschaft war skeptisch – Schüßler jedoch blieb unbeirrt und behandelte in seiner eigenen Praxis in Oldenburg viele Patienten mit Erfolg. Ob als Pulver, Salbe, Kompressen oder Tabletten: Die zwölf Salze können dank seinen Bemühungen auch heute vielseitig angewendet werden. Ihr Erfolg setzt eine korrekte Diagnose voraus. Vorab sei gesagt: Die Therapie mit Schüßler-Salzen ersetzt bei schweren Erkrankungen nicht die Schulmedizin, kann aber komplementär unterstützend wirken. Bei Alltagsbeschwerden, wenn Erkältungen, Migräne oder Darmkrämpfe den Organismus beuteln, können sie aber durchaus den Griff zur Chemiekeule ersparen. Setzt man sich mit den Beschwerden sowie der Wirkung der Salze auseinander, so spricht nichts gegen die schonende Selbstbehandlung. 

Gegen Krämpfe und Pfunde

Schonende Selbstbehandlung, das klingt besonders für Frauen mit typischen „Alltagswehwehchen“ verlockend, über die nicht allzu gern gesprochen wird. Menstruationskrämpfen etwa kann durch die Einnahme von Magnesium phosphoricum D12 vorgebeugt werden, das als Pulver in einer Tasse mit warmem Wasser aufgelöst und zweimal täglich getrunken wird. Binnen Minuten sollte dann Linderung eintreten. So manche Frau leidet auch in den Wechseljahren, die von unliebsamen Beschwerden begleitet werden: Kalium phosphoricum D6 verspricht Abhilfe bei Erschöpfung, Silicea D12 soll Schweißausbrüche unterbinden. Und wenn das Wohlbefinden durch einige Pfunde zu viel getrübt ist? Leichtes Übergewicht führte Schüßler auf eine gestörte Energiebilanz zurück, die durch Kalium phosphoricum D6, Natrium sulfuricum D6 und Natrium phosphoricum D6 behoben werden kann. Freilich sind die Salze kein Ersatz für gesunde Ernährung und Sport, wenn es heißt, in Form zu kommen und zu bleiben. Nicht immer stellt sich sofort Besserung ein, einige Probleme wie Einschlafstörungen erfordern eine längere Therapie mit konsequenter Anwendung. Ein Tipp zum Schluss: Wer Unterstützung von Therapeuten braucht, die mit Schüßler-Salzen arbeiten, kann sich an den Biochemischen Bund Deutschland e. V. wenden, der entsprechende Adressen parat hat. 

Die zwölf Schüßler-Salze und ihre Hauptanwendung

Calcium fluoratum: Bindegewebsschwäche, Krampfadern

Calcium phosphoricu: Muskelkrämpfe

Ferrum phosphoricum: Konzentrationsstörungen

Kalium chloratum: Sehnenscheidenentzündungen

Kalium phosphoricum: nervöse Schlaflosigkeit

Kalium sulfuricum: Schleimhautentzündungen 

Magnesium phosphoricum: Waden-, Perioden- und Gefäßkrämpfe

Natrium chloratum: trockenen Schleimhäute

Natrium phosphoricum: Blähungen, Störung der Fettverdauung

Natrium sulfuricum: Verstopfung, geschwollene Unterschenkel

Silicea: übermäßiges Schwitzen

Calcium sulfuricum: eitrige Entzündungen

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