Intimchirurgie

Alles (k)eine Frage der Größe

Von Nadine Effert · 2020

Ob medizinisch induziert oder ästhetisch motiviert: Korrekturen im Intimbereich haben sich inzwischen etabliert. Der gar nicht mehr so intime Beauty-Trend unter der Gürtellinie erfreut sich bei Männern und Frauen steigender Beliebtheit.

Beine einer Barbie mit abgedecktem Intimbereich
Früher noch tabuisiert, heute immer beliebter: Operationen am weiblichen Genital. Foto: iStock/dvulikaia

Die inneren Schamlippen zu groß, der Penis zu klein, der Hoden zu schlaff, die Vulva zu „alt“: Immer mehr rückt der Intimbereich als Zone mit potenziellem Optimierungsbedarf ins Scheinwerferlicht. Die Folge: Operationen an den Geschlechtsteilen nehmen zu. So zählt laut Internationaler Gesellschaft für Ästhetische Plastische Chirurgie (ISAPS) die Labioplastik, die Korrektur der Schamlippen, zu den am schnellsten wachsenden OP-Trends. Doch woher kommt der Hype?

Freier Blick aufs Genital

Während in den 1970er- und 1980er-Jahren das „Buschtragen“ in Mode war, lautet das Motto danach und bis heute: Haare ab! Und zwar gerne komplett. Mit der Revolution der Intimrasur entwickelte sich der freie Blick auf das Geschlechtsorgan zu einer Art Norm. Unterschiede der Geschlechtsorgane wurden damit erst richtig sichtbar – sei es in der Sauna, am FKK-Strand, in Erotikmagazinen, aber auch in Pornofilmen. Nun wollen viele Männer „ihn“ gerne größer und länger. Bei immer mehr Frauen gilt klein und glatt als schön – „Barbie-Vagina“ nennt sich dieser Trend in Extremform. Eine Umfrage der Deutschen Gesellschaft für Intimchirurgie und Genitalästhetik e. V. (DGIntim) unter 104 Frauen im Alter von 16 bis 64 bestätigt: Eine sichtbare Länge der inneren Schamlippen von mehr als zwei Zentimeter empfanden 22,2 Prozent als „nicht so schön“, 61,1 Prozent als hässlich. Die Hälfte dieser unzufriedenen Frauen denke über einen Eingriff nach.

Intimchirurgie: Expertise minimiert Risiken 

Es ist legitim, einen Eingriff im Intimbereich in Betracht zu ziehen – wenn man unter Schmerzen leidet – wie häufig bei zu großen inneren Schamlippen durch Hautreizung der Fall – oder sich im Alltag stark eingeschränkt fühlt. Doch sollte dabei nicht vergessen werden, dass jede Operation Risiken birgt. Es kann zu Infektionen und Wundheilungsstörungen kommen. Bei Eingriffen an den Schamlippen sind darüber hinaus Vernarbungen, Verwachsungen oder Verhärtungen eine mögliche Folge; beim besten Stück des Mannes potenziell etwa Nachblutungen und Funktionsbeeinträchtigungen. Umso wichtiger, seine erogene Zone in erfahrene Hände zu legen. „Egal aus welcher fachärztlichen Richtung der Operateur kommt: Eine fachliche Spezialisierung auf den Bereich der Intimchirurgie ist empfehlenswert, eine Basisausbildung sowie kontinuierliche Fortbildung sind unabdingbar“, so die Experten der DGIntim.

Penis-Studie: Von wegen 20 Zentimeter

Wissenschaftler des britischen King`s College in London werteten die Daten von rund 20 verschiedenen Studien und somit Penislänge und -umfang von knapp 20.000 Männern aus. Die Ergebnisse:

•Der durchschnittliche Penis ist im schlaffen Zustand 9,16 Zentimeter lang, im gestreckten Zustand 13,24 Zentimeter. 

•Der Penisumfang kommt auf durchschnittlich 9,31 Zentimeter im schlaffen Zustand und auf 11,66 Zentimeter in Erregung.

•Den „Längsten“ haben die Franzosen mit im Schnitt 10,74 Zentimeter.

•Die Deutschen haben mit 8,6 Zentimetern eine etwas kleinere Durchschnittsgröße als der allgemeine Durchschnitt.

•Weder die Nase, der Zeigefinger noch der Body-Mass-Index hängen mit der Penisgröße zusammen.

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