Powerfrauen

Jonglieren auf hohem Niveau

Von Nadine Effert · 2019

Stark und schön, erfolgreich und feminin: Die moderne Frau von heute ist zielstrebige Karrierefrau und gleichzeitig liebevolle Mutter, verständnisvolle Partnerin, perfekte Familienmanagerin und natürlich von Kopf bis Fuß top gestylt und in Shape. Ist es dabei überhaupt möglich, das Frausein zu genießen? Und wenn ja – wie gelingt der Spagat?

Arbeitende Frau mit Baby am Schreibtisch. Thema: Powerfrauen
Der Spagat zwischen Arbeit und Familie ist nicht immer leicht. Foto: iStock/g-stockstudio

Was zeichnet starke Frauen aus? Moment. Das Wort stark in Kombination mit dem weiblichen Geschlecht? Geht es um Bodybuilderinnen oder Gewichtheberinnen? Nein, die Rede ist von ganz „normalen“ starken Frauen. Oha, mögen diejenigen denken, die damit tendenziell etwas Negatives verknüpfen. Also Menschen, die starken Frauen Charaktereigenschaften wie dominant, egoistisch oder gefühllos zuschreiben. Dieses Bild liefert ein einseitiges, verzerrtes Bild einer Powerfrau. Eine andere Definition: Eine starke Frau ist eine, die ihren Weg geht, unbeirrt von gesellschaftlichen Konventionen oder davon, was die Leute sagen, die einfach tut, was sie für richtig hält. Dabei gilt es diesen Weg Hand in Hand mit einem natürlichen Selbstbewusstsein und einem gesunden Selbstwertgefühl zu gehen. Frauen müssen nicht ihren Mann stehen. Sie sind einfach Frau, und zwar heute eine andere, als sie es beispielsweise in den 1950er-Jahren waren. Frauen dürfen wählen, Auto fahren, auf dem Chefsessel sitzen, Länder regieren – zu Recht.

Starke Frauen halten zusammen

Das Thema Powerfrauen ist präsent, füllt ganze Bücher. Zum Beispiel das von Kate Hodges mit dem Titel: „Powerfrauen. Was Beyoncé mit Michelle Obama und Anne Frank verbindet“. Bei der Analyse der Lebensgeschichten von insgesamt 85 starken Frauen aus Showbiz, Sport, Mode, Kunst, Wissenschaft und Politik konnte die Autorin eine verblüffende Parallele feststellen: Hinter jeder großen Frau steckt eine andere toughe Lady. Es ist der Gemeinsam-sind-wir-stark-Gedanke, mit dem Neues gewagt und die Welt nach ihren Vorstellungen gestaltet werden kann und der diese Frauen, in dem, was sie tun, so erfolgreich gemacht hat. Das hat in der Geschichte schon oft funktioniert, und ist aktuell an der schwedischen Schülerin Greta Thunberg und den „Fridays for Future“-Demos rund um den Globus bestens zu beobachten – auch wenn kein feministischer, sondern klimapolitischer Hintergrund. Für die nicht Berühmtheiten unter uns geht es aber auch um Networking – sei es mit der besten Freundin, die eine Schulter zum Ausheulen bietet, wenn mal etwas nicht rundläuft, oder mit der Kollegin, die bei der Präsentation hilft, oder mit Mutti, die am Wochenende auf die Kids aufpasst, damit endlich Zeit mit dem Partner verbracht werden kann – und zwar ganz in Ruhe.

Als Powerfrau die richtige Balance finden

Fakt ist: Moderne Frauen leisten viel, wollen sie denn auch viel. Dabei spielen Ansprüche an sich selbst, aber auch gesellschaftliche Erwartungen eine Rolle. Der Spagat zwischen Familie, Job, Freunden, Ich-Sein ist mehr als eine akrobatische Übung. Und bei diesem täglichen Balanceakt möchte oder soll frau natürlich auch noch gut aussehen – strahlender Teint, Bikini-Figur, gepflegte Haare und Nägel, Outfits, die die Persönlichkeit perfekt unterstreichen, schließlich gilt Kleidung auch als Spiegel der Seele. Hilfe! Wer nicht aufpasst, gerät ins Wanken, auf Dauer in einen Strudel aus Stress, Überforderung und Selbstzweifel. „Andere Frauen bekommen das doch auch hin. Wieso ich nicht?“ – ist dann ein Gedanke, der schnell aufkommt. Doch kommt das „Hinbekommen“ auch immer auf das Wie und den Preis, den frau dafür zahlt, an.

Eine Befragung der Techniker Krankenkasse (TK) hat zutage gebracht, dass Frauen nicht mal unbedingt berufstätig sein müssen, um sich am Limit zu fühlen. Denn: 40 Prozent der deutschen Hausfrauen sind genauso gestresst wie Manager, so ein Ergebnis. Verheerend, denn schließlich ist Stress ein großer Risikofaktor in Bezug auf die Gesundheit. Wichtig: rechtzeitig die Reißleine ziehen, sich Auszeiten gönnen, Aufgaben abgeben. Das ist kein Zeichen von Schwäche. Jede Frau sollte die Achtsamkeit für sich, ihren Körper, ihr Wohlbefinden nicht außer Acht lassen und Dinge tun, die ihr guttun. Für die eine mag das ein Spa-Besuch sein, für die andere ein Besuch beim Beauty-Doc, der die Spuren der Zeit im Gesicht verwischt oder die lästigen Reiterhosen an den Oberschenkeln entfernt. Für die eine wiederum die lang ersehnte Rucksackreise allein durch Thailand, für die andere die seit Langem angepeilte Home-office-Zeiten-Verhandlung mit dem Chef. Jede nach ihrer Fasson.

Nicht vergessen: Die eine Definition von Powerfrau gibt es nicht. Starke Frauen vereint viel, aber jede ist auf ihre Art und Weise auch einzigartig.

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