HIV bei Frauen

Auch für Frauen relevant

Von Katharina Lehmann · 2021

HIV und Aids betreffen nicht nur Homosexuelle und Drogenabhängige. Auch Heterosexuelle können sich infizieren. Besonders problematisch: Gerade Frauen erfahren oft erst spät von ihrer Infektion. Dabei kann das Immunschwäche-Virus mit entsprechenden Medikamenten heute gut in Schach gehalten werden.

Eine Frau hält sich eine rote Schleife, die für Solidarität mit HIV-Infizierten steht, an ihre Brust.
Foto: iStock / spukkato

Rund 87.900 Menschen lebten Ende 2018 in Deutschland mit der Diagnose HIV. 17.300 davon waren Frauen. „Nach wie vor ist das Infektionsrisiko für Männer, die Sex mit Männern haben, höher. Das bedeutet aber nicht, dass HIV Frauen nicht betrifft“, erklärt Fei Kaldrack, Frauenreferentin der Berliner Aids-Hilfe. Zwar werde das HI-Virus vor allem beim ungeschützten Analverkehr mit einer infizierten Person übertragen. Doch auch bei anderen Sexualpraktiken könne es zu einer Infektion kommen. „Jeder Mensch, der sexuell aktiv ist, setzt sich der Gefahr einer Ansteckung aus, sofern die HIV-positive Person nicht in Behandlung ist – und damit das Virus übertragen kann.“

HIV bei Frauen nicht im Fokus

Das Problem: „Oft wird eine HIV-Infektion bei Frauen erst spät, meist im fortgeschrittenen Stadium erkannt“, gibt Kaldrack zu bedenken. Noch immer sei die Sensibilität für eine Infektion, auch bei Medizinern, gering. Während die schwule Szene mit der Krankheit vertraut sei, fehle gerade in Bezug auf Frauen die Kultur des regelmäßigen Testens. So seien in Einzelfällen auch schon Jahre vergangen, bis eine HIV-Infektion erkannt worden sei – und das, obwohl die betroffenen Frauen jahrelang mit teils eindeutigen Symptomen von Arzt zu Arzt gegangen seien. Denn die Symptome können durchaus diffus sein. Sie reichen von Nachtschweiß, Fieber und Gürtelrose über anhaltende Lymphknotenschwellungen und Pilzinfektionen bis hin zu Lungenentzündungen und diversen Krebsarten. 

Gut behandelbar

Besonders dramatisch ist die oft späte Diagnose, weil HIV heute – vor allem, wenn die Infektion frühzeitig erkannt wird – gut behandelbar ist. Antiretrovirale Medikamente unterbrechen den Replikationszyklus der Viren – sie können sich nicht weiter im Körper vermehren. So verhindert die hochaktive antiretrovirale Therapie (HAART) den Ausbruch des akuten Krankheitsstadiums Aids. Die Lebenserwartung HIV-Positiver sei damit mit der nicht-infizierter Personen vergleichbar.

Zudem senken die antiretroviralen Mittel die Virenlast oft bis unter die Nachweisgrenze ab; HIV kann dann nicht mehr übertragen werden. Betroffene gelten damit als nicht mehr infektiös. Wichtig ist das vor allem für Schwangere. „Dank der antiretroviralen Mittel liegt die Gefahr, das eigene Kind bei der Geburt zu infizieren, bei unter einem Prozent“, erklärt Kaldrack. Zum Stillen gebe es noch keine eindeutige Datenlage. Aber auch hier geht Kaldrack davon aus, dass Mütter, deren Virenlast unter der Nachweisgrenze liegt, ihre Säuglinge nicht infizieren können.

Quellen:
www.berlin-aidshilfe.de
www.aidshilfe.de/hiv-symptome-verlauf

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