Venenleiden

Früh erkannt – Gefahr gebannt

Von Katja Müller · 2017

Besenreiser können erste Anzeichen für ein Venenleiden sein.

Schwere und müde Beine, geschwollene Knöchel, Besenreiser und Krampfadern: Nicht selten stecken chronische Venenleiden hinter diesen Symptomen. Jede fünfte Frau hierzulande ist davon betroffen, so die Deutsche Venen-Liga. Vor allem ab dem 40. Lebensjahr treten vermehrt Krampfadern auf, die zu ernsten gesundheitlichen Komplikationen führen können.

Rund 7.000 Liter Blut befördern unsere Venen täglich entgegen der Schwerkraft zum Herzen. Die Fuß- und Beinmuskulatur dient als natürliche Pumpe, kleine Klappen in der Gefäßinnenwand sorgen dafür, dass das Blut nicht wieder abfließt. Gesunde Venen leisten diese Schwerstarbeit ohne Schwierigkeiten. Bei vielen Menschen treten im Laufe des Lebens jedoch Probleme auf, beispielsweise in Form von Besenreisern und Krampf­adern. Sie sind zum Leidwesen der Betroffenen von außen gut sichtbar – entweder als feine Verästelungen oder dicke, blaue Adern. Auch Symptome wie schwere und müde Beine, Spannungs- und Druckgefühle, Schmerzen, Juckreiz, Hautverfärbungen und Schwellungen deuten darauf hin, dass die Venen nicht korrekt arbeiten.

Anzeichen nicht ignorieren

Wer erste Besenreiser bemerkt, sollte nicht sofort in Panik ausbrechen. In vielen Fällen stellen sie lediglich ein kosmetisches Problem dar. Dennoch sollten Betroffene die Anzeichen für ein Venenleiden nicht auf die leichte Schulter nehmen. Denn dahinter können sich ernste Erkrankungen wie beispielsweise eine tiefe Beinvenenthrombose verbergen. Dabei verschließt ein Blutgerinnsel die Gefäße, was unter Umständen sogar zu einer lebensgefährlichen Lungenembolie führen kann. Doch auch, wenn es sich um eine (chronische) Venenschwäche handelt, ist Vorsicht geboten: Schreitet das Leiden unbehandelt fort, können Entzündungen, offene Wunden und Geschwüre an den Beinen sowie Thrombosen die Folge sein. Ein Besuch beim Arzt ist daher unerlässlich, um die Ursachen der Symptome abzuklären und eine entsprechende Behandlung einzuleiten.

Sanfte Hilfe aus der Natur

Zum Einsatz kommen beispielsweise Kompressionsstrümpfe, welche die Venen in ihrer Funktion unterstützen. Sie werden in verschiedene Druckklassen unterteilt und individuell angepasst. Um die Beschwerden zu lindern, können zudem pflanzliche Mittel genutzt werden. Sie ersetzen die Standardtherapie keinesfalls, können aber unterstützend wirken: Salben und Kapseln mit Wirkstoffen wie Rosskastanien­extrakt oder rotem Weinlaub sollen die Venenwände von innen abdichten, Wasseransammlungen im Gewebe abbauen und damit den Beinumfang reduzieren. Auch können sie eine durchblutungsfördernde und entzündungshemmende Wirkung entfalten. In manchen Fällen ist es jedoch angezeigt, die betroffene Vene zu veröden, zu versiegeln oder gar operativ zu entfernen. Die bekannteste Methode ist die Crossektomie, bei der die oberflächliche Krampfader an ihrer Einmündung in das tiefe Venensystem durchtrennt wird, in Kombination mit dem darauf folgenden „Stripping“. Bei dieser Technik wird die erkrankte Vene entweder vollständig, meist aber nur teilweise entfernt.

Bewegung ist das A und O

Die eine Ursache für solche Venenleiden gibt es nicht. Neben Alter, Geschlecht, hormonellen Veränderungen und erblicher Veranlagung spielen verschiedene beeinflussbare Risikofaktoren eine Rolle. Dazu zählen Übergewicht, hoher Alkohol- und Nikotinkonsum, zu enge Kleidung und mangelnde Bewegung. Die wichtigste Regel lautet: „Lieber Laufen und Liegen statt Sitzen und Stehen“. Sportarten wie Walking, Jogging oder Radfahren helfen, die Beinmuskulatur fit zu halten. Doch auch spezielle Übungen, sogenannte Venengymnastik, können die Blutzirkulation unterstützen. Wer viel sitzt, sollte zudem nicht die Beine übereinander schlagen, sondern sie flach nebeneinander auf den Boden stellen. Auch Wechselduschen vom Fuß bis zum Oberschenkel und eine gesunde Ernährung samt ausreichender Flüssigkeitszufuhr sind vorbeugende Maßnahmen.

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