Problemhaut

Wenn unsere Körperhülle rebelliert

Von Tobias Lemser · 2016

Die Haut braucht gute Pflege, um Trockenheit und Juckreiz zu vermeiden.

Juckreiz ist nicht nur lästig, sondern kann auch das Wohlbefinden stark beeinträchtigen. Da er vor allem bei trockener Haut auftritt, ist es wichtig, den Feuchtigkeitsgehalt im Blick zu haben und negativ beeinflussende Faktoren wie häufiges Duschen zu vermeiden. Warum Kratzen keine Lösung ist und was bei starkem Juckreiz hilft.

Juckreiz ist ein Warnsignal der Haut und eines der häufigsten Symptome bei bestimmten Erkrankungen unseres größten Organs – allen voran Neurodermitis oder Schuppenflechte. Dass die Haut sich unangenehm bemerkbar macht, kann zum Beispiel aber auch auf Störungen des Nervensystems oder Allergien zurückzuführen sein. Laut Experten gibt es mehr als 100 mögliche Ursachen für einen sogenannten Pruritus. Doch wie entsteht Juckreiz überhaupt? Wird die Haut beziehungsweise die nervalen Rezeptoren etwa durch Allergene oder Reizstoffe direkt gereizt, werden entsprechende Signale an das Gehirn gesendet und verarbeitet. Der genaue Mechanismus, der letztlich den Juckreiz auslöst, ist nicht bekannt. Das macht ihn für uns natürlich nicht weniger unangenehm.

Kratzen bringt nur vermeintlich Linderung

Was also tun? Auf keinen Fall Kratzen! Warum, erklärt Dr. Joachim Kresken, Vorsitzender der Gesellschaft für Dermopharmazie: „Auf diese Weise werden Entzündungsbotenstoffe wie Histamine ausgeschüttet, die einen Reiz an den vermittelnden Nervenenden bewirken und den Juckreiz eher noch verstärken.“ Vielmehr empfiehlt der Experte, die Haut kurzzeitig mit Gelen oder essigsaurer Tonerde sanft zu kühlen – gerade wenn es sich um Insektenstiche handelt. Das Kratzen kann außerdem zu kleinen Hautverletzungen führen, durch die Fremdstoffe wie Bakterien eindringen können. Die Folge: Entzündungen oder gar eine Infektion – und noch mehr „Gejucke“. Bei starken oder anhaltenden Beschwerden sollte ein Dermatologe aufgesucht werden, um die Ursachen zu klären. Betroffene können auf Antihistaminika zurückgreifen, die es auch rezeptfrei in der Apotheke gibt. Sie sind in der Lage, das Gewebshormon Histamin auszuschalten und somit den Pruritus zu unterdrücken.

Auf den Feuchtigkeitsgehalt der Haut achten

Wichtig zur Ausschaltung von Juckreiz ist der Feuchtigkeitsgehalt der Haut. Ist dieser zu gering, sollten feuchtigkeitsspendende Körperlotionen oder Cremes verwendet werden. Dr. Kresken empfiehlt jedoch, bei trockener Haut stark wasserhaltige Produkte vom Emulsionstyp Öl-in-Wasser zu meiden, da sie den Feuchtigkeitsverlust der Haut weiter anregen. Stattdessen sollten etwa Wasser-Öl-Emulsionen bevorzugt werden. Solche Formulierungen mit stärker fettendem Charakter brauchen zwar länger um einzuziehen, sind jedoch deutlich wirksamer, um trockener Haut und dem damit einhergehenden Juckreiz entgegenzuwirken.

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