Sodbrennen

Wenn die Speiseröhre Feuer fängt

Von Svenja Runciman · 2014

Sodbrennen ist ein verbreitetes Phänomen: In Deutschland leidet ungefähr ein Viertel der Bevölkerung mindestens einmal im Monat darunter. Bei Schwangeren liegt die Quote im späteren Verlauf der Schwangerschaft bei bis zu 80 Prozent. Welche einfachen Maßnahmen schonend für Linderung sorgen.

Wenn der Magen drückt und brennt: Die meisten Menschen gerade in den westlichen Ländern leiden hin und wieder unter Sodbrennen – nach dem Genuss fettiger Speisen oder reichhaltigem Alkoholgenuss, aber auch bei erhöhtem Stressaufkommen oder der Einnahme bestimmter Medikamente. Ausgelöst wird das unangenehme Gefühl durch das Aufsteigen von Mageninhalten beziehungsweise Magensäure in die Speiseröhre. Dadurch werden die Nervenfasern in der Schleimhaut der Speiseröhre gereizt, da diese im Gegensatz zur Magenschleimhaut nicht resistent gegen die aggressive Magensäure ist. Die Symptome sind vielfältig: So kann sich Sodbrennen durch ein Druckgefühl hinter dem Brustbein oder auch in Form von Schmerzen in der Magengegend bemerkbar machen. Auch vermehrtes Räuspern oder Aufstoßen kann ein Zeichen für Sodbrennen sein.

Nicht auf die leichte Schulter nehmen

Treten die Beschwerden nur ab und zu auf, gibt es kein Grund zur Sorge. Doch Vorsicht: Bei häufig wiederkehrendem Sodbrennen kann der teilweise bis in den Mundraum aufsteigende Magensaft den Zahnschmelz schädigen und den Rachenraum reizen. Und nicht immer handelt es sich um harmloses Sodbrennen: Die Symptome können auch ein Zeichen für die sogenannte Refluxkrankheit sein, bei der die untere Speiseröhrenmuskulatur und der untere Speiseröhren-Schließmuskel erschlaffen. Deshalb sollte häufiges Sodbrennen Ernst genommen und ein Arzt aufgesucht werden. Laut einer Untersuchung der Brown University in Providence steigt durch häufiges Sodbrennen zudem das Krebsrisiko deutlich an: Die Ergebnisse der 2013 veröffentlichten Studie zeigten, dass Patienten mit häufigem Sodbrennen ein bis zu 78 Prozent erhöhtes Risiko für Rachen- und Kehlkopfkrebs hatten – und zwar auch, wenn sie weder stark rauchten noch viel Alkohol tranken, zwei Risikofaktoren für diese Krebsarten.

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Erhöhter Druck auf den Magen

Besonders häufig sind Schwangere von Sodbrennen betroffen, und zwar vor allem im letzten Drittel der Schwangerschaft. Grund dafür ist zum einen, dass das Baby im Bauch immer mehr Platz beansprucht. Durch die wachsende Gebärmutter werden die Organe, darunter auch der Magen, immer weiter nach oben geschoben, was zur Folge hat, dass der Druck auf den Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre wächst und dieser nicht mehr ausreichend standhalten kann. Hinzu kommt, dass das Hormon Progesteron die Muskulatur der Gebärmutter entspannt, um vorzeitige Wehen zu vermeiden – mit der Nebenwirkung, dass auch der Speiseröhren-Schließmuskel von diesem muskelentspannenden Effekt betroffen ist.

Kleine Mahlzeiten, gründliches Kauen

Wichtig zu wissen: Sodbrennen, das durch die Schwangerschaft ausgelöst wird, stellt keine Gefahr für Mutter oder Kind dar. Dennoch kann das brennende Gefühl natürlich unangenehm sein. Helfen können in vielen Fällen schon ein paar einfache Tricks: So sollten Schwangere lieber mehrere kleine als wenige große Mahlzeiten zu sich nehmen. Scharfe oder fettige Speisen und kohlensäurehaltige Getränke sollten nur in Maßen konsumiert werden. Auch gründliches Kauen kann schon einen positiven Effekt haben. Da es vermehrt im Liegen zu Sodbrennen kommt, wird empfohlen, die letzte Mahlzeit des Tages spätestens etwa drei Stunden vor dem Schlafengehen einzunehmen und sich nicht unmittelbar nach dem Essen hinzulegen. Tritt Sodbrennen auf, dann können bestimmte Speisen, beispielsweise Haferflocken oder ein Becher Joghurt, helfen, die Magensäure zu neutralisieren. Als beliebtes Hausmittel gilt auch ein Löffel Senf nach dem Essen.

Den Säure-Basen-Haushalt ausgleichen

Ebenfalls gelindert werden können die Beschwerden durch das Trinken von Mineralwasser mit einem hohen Hydrogencarbonat-Anteil. Aufgrund seiner mineralischen Zusammensetzung kann es helfen, die Balance des Säure-Basen-Haushalts im Körper wieder herzustellen und so Sodbrennen vorbeugen. Bei besonders hartnäckigen oder dauerhaften Beschwerden und wenn die oben genannten Maßnahmen keine Linderung erzielen, können Schwangere auch spezielle Medikamente, sogenannte Antazida, einnehmen. Diese magnesium-, aluminium- oder calciumhaltigen Verbindungen binden die Magensäure, werden aber vom Körper kaum aufgenommen und schaden dem Kind nicht. Die Einnahme sollte dennoch immer in Absprache mit dem Arzt erfolgen.

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