Myome und Behandlungsmethoden

Wann eine Entfernung sinnvoll ist

Von Tobias Lemser · 2016

Bei einer Ultraschall-Untersuchung kann ein Myom zufällig entdeckt werden.

Myome zählen zu den häufigsten gutartigen Tumoren des weiblichen Genitaltrakts. Sie sind in aller Regel ungefährlich, können jedoch die Lebensqualität teilweise erheblich beeinträchtigen. Welche Symptome deuten auf diese Geschwülste hin und wie unterscheiden sich frühere von modernen Behandlungsmethoden?

Sprechen Mediziner von einem Tumor im Genitalbereich, ist dies eine äußerst beängstigende Nachricht. Denn oft rechnen die Patientinnen gleich mit dem Schlimmsten. Schnell hellt sich die Stimmung jedoch auf, wenn sich herausstellt, dass der Tumor gutartig ist. Beispielhaft hierfür sind Myome. Europaweit ist jede vierte bis sechste Frau im gebärfähigen Alter von diesen Wucherungen in der Muskelschicht der Gebärmutter betroffen. Wie es überhaupt dazu kommt, ist bislang noch nicht exakt erforscht. Vermutlich stecken genetische Faktoren dahinter. Denn Myome kommen zumeist bei Frauen vor, deren Mütter ebenfalls davon betroffen sind. Fakt ist, dass die weiblichen Geschlechtshormone besonderen Einfluss auf das Wachstum haben. Deshalb entwickeln sich Myome oft zwischen dem 35. und 50. Lebensjahr und vergrößern sich in der Menopause – wenn der Hormonspiegel wieder absinkt – nicht weiter.

Verlängerte Monatsblutungen

Die knotigen Wucherungen können sich einzeln oder in größerer Anzahl in der Gebärmutter­wand verteilt bilden. Zwar sind Myome in aller Regel ungefährlich, dennoch können sie verstärkte Blutungen hervorrufen und angesichts der oftmals damit einhergehenden Schmerzen die Lebensqualität beeinträchtigen. Während rund ein Viertel der betroffenen Frauen keine Beschwerden hat, klagt der Rest vielfach über starke, lang anhaltende Monats- oder Zwischenblutungen. Aber auch Blutarmut, Harnwegsinfektionen und Schwangerschaftskomplikationen, wie erhöhte Fehl- und Frühgeburtsraten, können durch Myome verursacht werden.

Diagnose und Therapie

Treten diese Beschwerden auf, ist ein Arztbesuch zur Abklärung sinnvoll. Während früher – gerade bei älteren Frauen mit abgeschlossenem Kinderwunsch – bei positivem Befund die Gebärmutter entfernt wurde, stehen heute mehrere Verfahren zur Verfügung. So können Myome etwa medikamentös, minimal-invasiv oder auch mit fokussiertem Ultraschall behandelt werden. Welche Therapieform sich jedoch im Einzelfall anbietet, hängt nicht nur vom Alter und Stand der Familienplanung ab, auch spielt es eine Rolle, wie stark die Symptome sind und welche Lage und Größe das Myom hat. Dass sich Myome zu bösartigen Geschwülsten entwickeln, ist so gut wie ausgeschlossen. Wie genetische Untersuchungen von gutartigen und bösartigen Knoten ergeben haben, wachsen sogenannte Myosarkome eigenständig. Dennoch gilt: Wer auf eine Behandlung verzichtet, sollte in regelmäßigen Abständen Kontrolluntersuchungen mittels Ultraschall zur Überwachung der Myomgröße durchführen lassen. 

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