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Interview

„Möglichkeiten der Kinderwunschtherapie“

Von TEVA GmbH · 2017

Ein unerfüllter Kinderwunsch betrifft in Deutschland viele Paare. Hoffnung bietet für viele Betroffene die künstliche Befruchtung. Frau Prof. Dr. med. Inka Wiegratz berät in den VivaNeo Kinderwunschzentren in Frankfurt und Wiesbaden jeden Tag viele Paare zum Thema Kinderwunsch. Im Interview zeigt die Expertin auf, welche medizinischen Möglichkeiten es gibt.

Frau Prof. Wiegratz, in Ihrem Zentrum beraten Sie viele ungewollt kinderlose Paare. Inzwischen gibt es in Deutschland immer mehr Kinderwunschzentren. Wie kommt das? Werden wir alle immer unfruchtbarer?

Nein, so ist es nicht. In den meisten Fällen wird einfach zu spät mit der Realisierung des Kinderwunsches begonnen. Das Alter der Frau spielt hierbei die entscheidende Rolle, denn sowohl die Anzahl als auch – viel wichtiger noch – die Qualität der Eizellen nehmen mit zunehmendem Alter deutlich ab. Hierdurch vermindert sich die Wahrscheinlichkeit für den (schnellen) Eintritt einer Schwangerschaft, wobei die Fehlgeburtsrate – im Falle einer Schwangerschaft – erhöht ist.

In unserer Gesellschaft ist es so, dass die meisten jungen Frauen nach Ende ihrer Schulzeit eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren und dann, genau wie die Männer auch, ihre berufliche Karriere vorantreiben. Häufig sind die Frauen dann schon 35 Jahre oder älter, wenn sie erstmals an eine Schwangerschaft denken. Dann ist es in vielen Fällen schon sehr schwierig, sodass häufiger eine Kinderwunschbehandlung in Anspruch genommen werden muss.

Welche Möglichkeiten in der Kinderwunschtherapie gibt es? Welche haben sich bei einer weiblichen beziehungsweise männlichen Einschränkung der Fertilität bewährt?

Zunächst sollte man wissen, dass die Ursachen für eine ausbleibende Schwangerschaft gleichermaßen mit je 40 Prozent auf Männer und Frauen verteilt sind. Bei etwa zehn Prozent der Paare finden sich fertilitätseinschränkende Faktoren bei beiden Partnern und bei weiteren zehn Prozent kann keine Ursache für die ungewollte Kinderlosigkeit gefunden werden. Somit ist es ganz wichtig, dass bei der Abklärung des Problems immer auch sofort der Partner untersucht wird, was leider häufig zu spät erfolgt. 

Hinsichtlich der Kinderwunschbehandlung gibt es heutzutage viele Möglichkeiten. So kann bei ausbleibendem Eisprung schon eine niedrig dosierte Hormonbehandlung in Form von Tabletten oder Spritzen zum Erfolg führen. In anderen Fällen ist es notwendig, die Spermien direkt in die Gebärmutterhöhle einzubringen (Insemination) oder die Eizellen außerhalb des Körpers zu befruchten (IVF/ICSI). Es ist daher sehr wichtig, bei der Diagnostik sehr genau zu untersuchen, wo die Störung liegt, um individuell entscheiden zu können, welche Behandlung bei dem Paar angezeigt ist.

Prof. Dr. med. Inka Wiegratz, VivaNeo Kinderwunschzentrum

Was raten Sie den Paaren mit einem unerfüllten Kinderwunsch im Allgemeinen?

Bei Kinderwunsch kann im Allgemeinen zunächst zwölf Monate abgewartet werden, ob spontan eine Schwangerschaft eintritt. Während dieses Zeitraums kann bereits „zyklusoptimierter Verkehr“ praktiziert werden, wobei die Tage mit der höchsten Wahrscheinlichkeit die beiden Tage unmittelbar VOR dem Eisprung sind.

Wenn nach zwölf Monaten keine Schwangerschaft eingetreten ist, sollte zügig mit der Diagnostik bei beiden Partnern begonnen werden, um dann rechtzeitig mit einer geeigneten Behandlung beginnen zu können. Frauen, deren Zyklus sehr unregelmäßig ist oder die überhaupt keine Menstruation haben, sollten sofort eine Abklärung anstreben, ebenso Frauen über 40. Meistens warten die Paare zu lang, im Durchschnitt nämlich etwa 3,5 Jahre, bevor eine Kinderwunschbehandlung in Anspruch genommen wird.

Was raten Sie speziell Frauen?

Warten Sie mit der Erfüllung Ihres Kinderwunsches nicht zu lange, denn die Fruchtbarkeit sinkt mit zunehmendem Alter rasch ab. Dies wird leider in der Bevölkerung deutlich unterschätzt. Wenn es binnen eines Jahres nicht klappt, sollte die Diagnostik beginnen. In Deutschland gibt es hervorragende Kinderwunschzentren, die in den meisten Fällen helfen können. 

Ferner sollten Frauen bereits vor einer Schwangerschaft auf das Rauchen verzichten und damit beginnen, Folsäure einzunehmen. Außerdem sollten sie mit ihrer Frauenärztin /-arzt abklären, ob ein ausreichender Impfschutz (zum Beispiel gegen Röteln) besteht.

Was raten Sie speziell Männern?

Bitte unterstützen Sie Ihre Partnerin von Beginn an. Die Familienplanung ist immer ein gemeinsames Projekt. Da die Ursachen der ungewollten Kinderlosigkeit zu 40 Prozent beim Mann liegen, ist es wichtig, auch bei Ihm gleich zu Beginn eine entsprechende Diagnostik durchzuführen. 

Wie wird die Entwicklung in den nächsten Jahren aussehen? Welche Trends gibt es? Welchen Trends sollte man vielleicht entgegen wirken?

Der mittlerweile verstorbene „Vater der Pille“ Carl Djerassi prophezeite vor einigen Jahren die „Fortpflanzung ohne Sex“ als Trend für die Zukunft. Gemeint ist damit, dass in jungen Jahren Eizellen eingefroren werden, danach erfolge eine Sterilisation und die Frau könne dann auf die jahrelange Pilleneinahme verzichten. Bei Bedarf würden dann Eizellen aufgetaut, künstlich befruchtet und die Embryonen ausgetragen werden.

Ich hoffe, soweit wird es nicht kommen. Vielmehr würde ich mir wünschen, dass wir in unserer Gesellschaft Strukturen schaffen, die es Frauen ermöglichen, ihren Kinderwunsch in jüngerem Alter zu erfüllen, ohne Einschränkungen in ihrer Karriere hinnehmen zu müssen.

Kostengünstigere Therapie durch Biosimilars

Bei Frauen mit Eizellreifungsstörungen wird häufig rFSH (rekombinantes follikelstimulierendes Hormon) eingesetzt, welches aus lebenden gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt wird und daher dem körpereigenen Hormon FSH ähnelt. Es ist essentiell für die Eizellreifung und wird meist zur Vorbereitung auf eine künstliche Befruchtung angewendet. Um die großen komplexen Moleküle zu erhalten, wird es dem Körper nicht oral, sondern in Form von Spritzen zugefügt. Durch die aufwendige Herstellung gehören biotechnologisch hergestellte Substanzen, auch Biopharmazeutika genannt, zu den teuersten Arzneimitteln der Welt. Bis eine Schwangerschaft eintritt, sind bei einer künstlichen Befruchtung oft mehrere Behandlungszyklen notwendig, wodurch die Behandlung sehr kostspielig werden kann. Eine kostengünstigere Möglichkeit bietet ein Biosimilar, welches zur Eizellreifung in Vorbereitung auf eine künstliche Befruchtung eingesetzt werden kann.

Bei Biosimilars handelt es sich ebenfalls um biotechnologische Arzneimittel. Sie werden nach einem bereits existierenden Biopharmazeutikum, dem Referenzarzneimittel, hergestellt und ähneln diesem. Trotz der ebenfalls aufwendigen biotechnologischen Herstellung, sind Biosimilars erfahrungsgemäß kostengünstiger als die ehemals patentgeschützten Biopharmazeutika und ermöglichen so eine kostengünstigere Kinderwunsch-Therapie.

Kontakt

TEVA GmbH
Charlottenstraße 59
10117 Berlin
Telefon: +49 (0) 731-402 02
E-Mail: info.teva-deutschland@teva.de
Web: http://www.wege-zum-wunschkind.de/

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