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Interview

„Mit Elektrochemotherapie Hautmetastasen bei Brustkrebs effektiv behandeln“

Von Igea Medical · 2016

Prof. Dr. med. Eva-Maria Grischke, Leiterin der Onkologie an der Universitäts- Frauenklinik Tübingen, über die Funktionsweise, Einsatzgebiete und Vorteile der innovativen Elektrochemotherapie.

Wie funktioniert Elektrochemotherapie (ECT)?

Die ECT ist ein System, bei dem zwei Verfahren eingesetzt werden. Das heißt: Es wird ein niedrig dosiertes Zytostatikum verwendet, und gleichzeitig wird die Angreifbarkeit der Tumorzellen durch die Anlage eines Stromfeldes erhöht. Die so geöffneten Zellen sind nun leicht zugänglich für die zweite Komponente, das Einfluten des Zytostatikums. Die Anreicherung des Zytostatikums führt zu einem Absterben der Tumorzellen in den behandelten Arealen. Dabei wird nur eine niedrige Dosierung des Zytostatikums eingesetzt, sodass daraus keine systemischen Nebenwirkungen entstehen.

Wann setzen Sie die ECT ein?

Die ECT kann bei jeder Form einer Hautmetastasierung angewandt werden, die nicht auf andere Therapien anspricht, nicht operabel ist oder der Einsatz einer standardisierten Therapie nicht sinnvoll oder machbar erscheint.

Ist die Behandlung schmerzhaft oder gefährlich?

Wir führen die ECT in einer kurzen Narkose durch. Hinterher erhalten die Patientinnen vorbeugend ein Schmerzmittel. Etwas unangenehm können hinterher Schmerzen mit dem Charakter eines Muskelkaters sein, was wir bei unserem Schmerzkonzept auch berücksichtigen. In der Regel empfinden die Patientinnen die durch die Hautveränderungen hervorgerufenen Veränderungen wie Juckreiz, Schmerzhaftigkeit beziehungsweise Geruchsbildung oder auch Absonderung von Gewebsflüssigkeit in den betroffenen Arealen als deutlich unangenehmer. Diese Veränderungen sind nach der ECT rasch verschwunden. Insbesondere der Stopp der Geruchsbildung oder Gewebsflüssigkeitsbildung wird als erster Behandlungserfolg empfunden. Eine ECT ist nicht gefährlich. Risiken durch die Verabreichung des Zytostatikums und der Narkose müssen jedoch im Vorfeld geklärt werden.

Mit welchen Nebenwirkungen ist zu rechnen?

Wie bereits erwähnt: leichte Schmerzhaftigkeit und ein Brennen, das allerdings rasch verschwindet, sowie Muskelkater. In den behandelten Arealen können kleine Pigmentierungen, das heißt kleine braune Pünktchen zurückbleiben, die aber im Lauf der Zeit verblassen.

Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit der ECT gemacht?

Außerordentlich gute. Die Hautprozesse und die daraus entstehenden Probleme, die oft sehr beeinträchtigen, können damit gut beherrscht werden. Die Elektrochemotherapie kann auch im Rahmen einer Chemotherapie zwischengeschaltet werden. Damit kann ein weiterer therapeutischer Benefit für die Patientinnen erreicht werden.

Bei welchen Tumorarten greift diese Behandlung und welche Kliniken bieten diese Therapieform an?

Generell gibt es Erfahrung bei allen in die Haut metastasierten Tumorarten. Langjährige Erfahrungen gibt es bei Hautkrebsformen, allen voran der schwarze Hautkrebs, dem Brustkrebs, bei dem die Behandlungskosten übrigens von den Krankenkassen erstattet werden, aber auch von den Schamlippen ausgehendem Krebs. Die ECT wird in Deutschland an 45 Kliniken angeboten.

Kontakt

IGEA S.p.A. Zwgn. Deutschland
Sonnenstr. 23
80331 München
Web: www.igeamedical.de

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