Wechseljahre

Keine Angst vor Depressionen

Von Nadine Effert · 2016

Mediziner bezeichnen die Jahre vor und nach der letzten Monatsblutung, die im Schnitt mit 52 Jahren eintritt, als Klimakterium. Das bedeutet so viel wie „kritischer Zeitpunkt im Leben“. Dieser Begriff passt in zweierlei Hinsicht: Zum einen endet mit der letzten Regelblutung, der Menopause, die Fruchtbarkeit; zum anderen sind die Wechseljahre für die meisten Frauen keine einfache Zeit.

Die hormonelle Umstellung im Körper – sprich: die Veränderung der Konzentrationen der Geschlechtshormone wie dem Östrogen – passiert leider nicht von heute auf morgen, sondern dauert in der Regel etwa fünf Jahre. Wenn also die Wechseljahre so langsam am Horizont auftauchen, gibt es wohl kaum eine Frau, die sich nicht diese Frage stellt: „Wie überstehe ich diese lange Zeit bloß am besten?“. Nicht ohne Grund: Denn während nur jede vierte Frau keinerlei Beschwerden hat, leidet der Rest unter Hitzewallungen, Schlafstörungen oder Scheidentrockenheit.

Kein Einfluss auf die Psyche

Auch psychische Probleme wie Stimmungsschwankungen oder gar Depressionen werden häufig mit den Wechseljahren in Verbindung gebracht. Allerdings konnte eine Studie der Zürcher Hochschule für Anwandte Wissenschaften ZHAW und der Psychiatrischen Universitätsklinik (PUK) Zürich dies jüngst widerlegen. Das Forscherteam analysierte die Daten einer Schweizer Langzeitstudie, bei der 168 Frauen vom 21. bis 50. Lebensjahr in regelmäßigen Abständen zu ihrer psychischen Gesundheit befragt wurden. Das Ergebnis: „Wir fanden bei Frauen in den Wechseljahren im Vergleich zur Zeit vor der Menopause kein erhöhtes Risiko für Depressionen oder andere psychische Störungen“, so Michael P. Hergarten von der ZHAW.

Therapie mit Ersatzhormonen gut abwägen

Doch zurück zu den körperlichen Beschwerden: Ist der Leidensdruck sehr groß, kann eine Hormonersatztherapie Linderung verschaffen. Ihre Wirksamkeit gilt insbesondere bei Hitzewallungen und Schweißausbrüchen als erwiesen. Allerdings warnen die Experten des Krebsinformationsdienstes vor dem Einfluss der Therapie auf bestimmte Krebsarten, allen voran Brust- und Eierstockkrebs, und raten nur jenen Frauen dazu, „bei denen sich die Wechseljahre besonders unangenehm bemerkbar machen und die andere Mittel nicht vertragen oder nicht nehmen dürfen“. Grundsätzlich sollte immer der genauen Ursache der Symptome auf den Grund gegangen werden: So kann für Schweißausbrüche auch eine Störung der Schilddrüse infrage kommen; Schlafstörungen können rein stressbedingt sein. Und: Oftmals reicht zur Linderungen der Beschwerden eine hormonfreie nebenwirkungsärmere Therapie. Fakt ist: Die Wechseljahre sind keine Krankheit, sie bedeuten auch nicht das Ende. Weniger „kritisch“ betrachtet sind sie einfach der Beginn eines neuen Lebensabschnitts.

Quelle: IfD Allensbach, 2015
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