Sanftes Workout

Harmonisches Duo für Körper und Geist

Von Svenja Runciman · 2016

Ausgleich für den Alltag am Schreibtisch, Verletzungsprophylaxe oder Stressreduktion: Yoga und Pilates haben erwiesenermaßen zahlreiche Vorteile für Körper und Geist. Neue Studien beleuchten weitere positive Effekte der Ganzkörper-Trainingsmethoden auf, die vor allem immer mehr Frauen auf die Matte locken.

Eine bessere Haltung, mehr Muskelkraft, eine stärkere Abwehr – die Vorteile körperlicher Bewegung liegen auf der Hand. Statt Jogging­runden im Park oder Gewichte stemmen im Sportstudio erfreuen sich „sanfte“ Leibesertüchtigungen wie Yoga und Pilates immer größerer Beliebtheit. So üben mittlerweile 2,7 Millionen Deutsche Yoga aus, in fast jedem Fitnessstudio gehört es zum Standardprogramm. Ebenfalls auf dem Vormarsch ist Pilates, eine ganzheitliche Trainingsmethode, die Anfang des 20. Jahrhunderts von Joseph Hubert Pilates entwickelt worden ist. Basis dieser Methode ist die Kräftigung der Körpermitte, durch die der Körper ideal aufgerichtet und die Haltung verbessert wird. Die Bewegungen können an Yoga-Asanas, den speziellen Körperstellungen, erinnern, und auch hier liegt der Fokus auf Atmung, Bewegungsfluss und Konzentration. Im Gegensatz zum Yoga hat Pilates aber keinen spirituellen Hintergrund.

Mehr Glücks- und Schlafhormone

Zu den positiven Wirkungen auf den Körper gehören: eine Straffung des Körpers, eine bessere Haltung und die Stärkung des gesamten Organismus. Kraft, Flexibilität und Koordination werden gefördert, das Immunsystem gestärkt. Zusätzlich rückt durch die Konzentration auf die Bewegungen und den eigenen Körper der Alltag in den Hintergrund, was – auch ohne spirituellen Hintergrund – zu Entspannung und Erholung führt. In immer mehr Studien versuchen Wissenschaftler nun herauszufinden, warum genau sich Yoga und Pilates so positiv auf den Menschen auswirken. Bei körperlichen Beschwerden, zum Beispiel bei chronischen Schmerzen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, ist der positive Effekt bereits mehrfach nachgewiesen worden. So wies eine Studie der European Society of Cardiology nach, dass Yoga die Herzschlagrate und den Blutdruck senkt. Jetzt zeigten Psychologen des Universitätsklinikums und der Friederich-Schiller-Universität aber auch, dass Yoga sogar zur Behandlung psychischer Störungen beitragen kann. Der Grund: Durch Yoga wird die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol verringert und gleichzeitig der Spiegel von Serotonin und Melatonin – also der Glücks- und Schlafhormone – angehoben.

Yoga für die Nationalmannschaft

Eine Forschungsgruppe an der Universität von Illinois hat festgestellt, dass nach einer Pilates- oder Yogastunde die kognitive Leistungsfähigkeit des Gehirns signi­fikant besser ist als nach einem Ausdauertraining. Kein Wunder also, dass selbst die deutsche Fußballnationalmannschaft sich mit Yoga als Ergänzung zum Trainingsalltag fit hält. Grundsätzlich eignen sich sowohl Yoga als auch Pilates für Sporteinsteiger, da die Verletzungsgefahr gering ist. Nur bei übertriebenem Ehrgeiz kann es zu Verletzungen kommen, beispielsweise von der Schultern oder Knie. Aber auch immer mehr Leistungssportler ergänzen ihr Training mit Yoga oder Pilates, da die dadurch erreichte verbesserte Körperhaltung den sportlichen Erfolg noch verstärken kann.

Kein geschützter Begriff

Wer einen neuen Kurs belegt, sollte sich vor Beginn über die Qualifikation des Kursleiters informieren. Problematisch kann sein, dass bei vielen Yogalehrer-Ausbildungen relativ geringe Standards genügen und dass der Begriff „Pilates“ überhaupt nicht geschützt ist. Da hier eine einheitlich festgeschriebene Ausbildung fehlt, gibt es viele unterschiedliche Methoden. Daher ist es ratsam, sich im Vorwege bei den entsprechenden Verbänden schlau zu machen. Auch eine überschaubare Gruppengröße ist empfehlenswert, damit der Anleiter die Möglichkeit hat, Fehler überhaupt zu sehen, die seine Schüler möglicherweise machen. Und: Mittlerweile erkennen auch die gesetzlichen Krankenkassen Yoga und Pilates als sinnvolle Gesundheitsvorsorge an und übernehmen unter bestimmten Voraussetzungen häufig anteilig die Kosten für die Kurse.

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