Flohsamen

Ein Alleskönner für Magen und Darm

Von Tobias Lemser · 2014

Sie sind gerade einmal zwei bis drei Millimeter klein, haben aber eine durchaus große Wirkung auf den Verdauungstrakt. Flohsamen helfen angesichts ihrer immensen Quellfähigkeit bei Verstopfungen und bringen auch ­– und das mag verwunderlich klingen ­– bei Durchfallerkrankungen zum Abklingen.Kaum eine körperliche Befindlichkeit ist für die meisten so tabu wie Beschwerden im Magen-Darm-Trakt. Niemand spricht gerne über Verdauungsprobleme, doch sie treten häufig auf. Bei Frauen doppelt so häufig wie beim männlichen Geschlecht. Dafür verantwortlich sind die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron. Diese beeinflussen indirekt das wichtigste Hormon des Verdauungstraktes, das Serotonin, dessen Hauptaufgabe darin besteht, den Darm auf Trab zu halten.


Kaum eine körperliche Befindlichkeit ist für die meisten so tabu wie Beschwerden im Magen-Darm-Trakt. Niemand spricht gerne über Verdauungsprobleme, doch sie treten häufig auf. Bei Frauen doppelt so häufig wie beim männlichen Geschlecht. Dafür verantwortlich sind die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron. Diese beeinflussen indirekt das wichtigste Hormon des Verdauungstraktes, das Serotonin, dessen Hauptaufgabe darin besteht, den Darm auf Trab zu halten.

Den Stuhl in Bewegung bringen

Wird die Beweglichkeit, sprich Motilität, beeinträchtigt, kommt es in der Regel zur Verstopfung, wobei die peristaltische Bewegung des Dickdarms stark verlangsamt ist. Eine echte Wunderwaffe, um den Darm wieder anzukurbeln sind indische Flohsamen – eine Pflanzenart aus der Gattung der Wegeriche, die vor allem in den Ländern an der afrikanischen Mittelmeerküste sowie in Indien und Pakistan wächst. Die Pflanze mit dem botanischen Namen Plantago ovata zählt zu den Heilpflanzen, die eine besonders hohe Quellfähigkeit aufweisen. Neben den ganzen Flohsamen sind es vor allem die gemahlenen und ungemahlenen Schalen, die wie ein supersaugfähiger Wunderschwamm wirken. Dank des hohen Anteils an löslichen Ballaststoffen sind die Hülsen in der Lage, mehr als das 50-fache an Wasser zu binden. Dadurch, dass das Stuhlvolumen im Darm zunimmt, wird angesichts des entstehenden Drucks auf die Darmwand die Peristaltik angeregt und damit ein Reflex zur Darm­entleerung ausgelöst. Damit dieser gewünschte Effekt eintreten kann, heißt es: Trinken, trinken, trinken. Doch die kleinen, neutral schmeckenden Flohsamen warten mit noch mehr Können auf, nämlich mit einem dualen Wirkmechanismus. Die gut bekömmlichen Alleskönner sorgen nämlich angesichts ihrer enormen Quellfähigkeit ebenso bei Durchfallerkrankungen für Linderung. Flohsamen binden nicht nur rasch den flüssigen Darminhalt und machen dadurch den Stuhl formbar, sondern sorgen somit auch für eine längere Verweildauer des Darminhalts. Überhaupt können Flohsamen aufgrund ihrer großen Schleimmenge die Verdauung optimal regulieren, den Stoffwechsel anheizen und das Wachstum darmfreundlicher Bakterien fördern –Pluspunkte, die sich auch in den Wechseljahren der Frau auszahlen können, wenn nämlich die Produktion von Östrogenen abnimmt und zu einer verminderten Signalvermittlung von Serotonin an den Darmrezeptoren führt.

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