Ohrenpflege

Auf keinen Fall bohren!

Von Mark Krüger · 2016

Eine umfassende Reinigung des Gehörgangs ist Sache des HNO-Arztes.

Würde man eine Umfrage unter den Deutschen starten, wie sie ihre Ohren säubern, dann würden sie definitiv auf Platz eins landen: die Wattestäbchen. Doch das beliebte „Putzmittel“ kann das empfindliche Ohr verletzen und den Ohrenschmalz noch weiter ins Innere befördern – mit unangenehmen Folgen. Auch Juckreiz gehört dazu. Er kann mit der richtigen Pflege vermieden werden.

Die Devise „Alles schön sauber halten“, gilt für die meisten auch, wenn es um das Thema Ohrenpflege geht. Zugegeben: Wenn der Ohrenschmalz – im medizinischen Fachjargon Cerumen genannt – von außen in der Ohrmuschel sichtbar ist, sieht das nicht gerade ästhetisch aus. Und schon greifen wir zum Wattestäbchen und beginnen im Ohr herumzustochern – auch in der Annahme, unseren Lauschern mit der Ohrenschmalzentfernung etwas Gutes zu tun. Doch weit gefehlt! Denn das gelblich-braune Sekret erfüllt wichtige Funktionen: Es bildet einen schützenden Film über der empfindlichen Haut des Gehörgangs und erhält so deren Säureschutzmantel, befeuchtet den Gehörgang und wirkt desinfizierend. Heißt: Der Ohrenschmalz bildet ein Schutzschild gegen Krankheitserreger. Zudem fungiert er als eine Art Transportmittel. Schmutz, abgestorbene Haut- und Staubpartikel werden als Anhängsel über die zarten Flimmerhärchen in Richtung Ohrmuschel befördert. Das Ohr verfügt also über ein cleveres Selbstreinigungssystem. Bedeutet das nun, dass wir unsere Ohren gar nicht reinigen oder pflegen sollten?

Säubern: Wattestäbchen gehören nicht ins Ohr

In der Regel genügt es, den Schmalz an der Ohrmuschel zu entfernen – etwa mit einem feuchten Tuch oder Wattebausch. Eine umfassendere Reinigung durch einen HNO-Arzt (!) ist dann vonnöten, wenn der Körper zu viel Ohrenschmalz produziert, der Selbstreinigungsmechanismus gestört oder der Gehörgang verengt ist. Dann nämlich kann sich ein Pfropf im Gehörgang bilden, der sich durch ein unangenehmes Druckgefühl im Ohr, Juckreiz oder ein vermindertes Hörvermögen bemerkbar macht. Der Gebrauch von Wattestäbchen fördert übrigens die Pfropfbildung, denn mit dem acht Zentimeter langen Stäbchen schieben wir den Schmalz in die falsche Richtung, nämlich ins Innere des Ohrs. Treten Symptome wie ein beeinträchtigtes Hörvermögen auf, raten Experten, wie die von der Fördergemeinschaft „Gutes Hören“, dazu, nicht selbst im Ohr zu bohren, sondern einen HNO-Arzt aufzusuchen. Nur er ist in der Lage, einen Pfropf sachgemäß zu entfernen und andere Ursachen auszuschließen. Es gibt jedoch noch einen weiteren guten Grund, auf Wattestäbchen zu verzichten: die Verletzungsgefahr. Sowohl die Haut im Gehörgang als auch das Trommelfell können in Mitleidenschaft gezogen werden. Letzteres ist sehr schmerzhaft und kann zu Mittelohrentzündungen führen.

Pflege: Trockenheit und Juckreiz vorbeugen

Neben einer unsachgemäßen Reinigung des Ohrs, kann das Tragen eines Hörgeräts und häufiges Schwimmen oder Tauchen die Folge haben, dass die Haut im Gehörgang austrocknet. Bemerkbar macht sich das durch Juckreiz. Egal ob mit einem Wattstäbchen oder einem anderen Gegenstand – Kratzen ist definitiv nicht der richtige Weg, um die Reizung zu stoppen. Sie wird dadurch eher noch verstärkt und es können sogar durch Bakterien oder Pilze ausgelöste Entzündungen entstehen. Könnten wir selbst einen Blick in unser Ohr werfen, wüssten wir, dass im Fall einer trockenen Haut der Gehörgang jetzt vor allem eins braucht: Pflege. Zum Beispiel mit einem speziellen Öl, das mit einer Pipette ins Ohr gebracht wird. Die fettende Pflege beugt Hauttrockenheit und Juckreiz vor und weicht verhärtetes Ohrenschmalz für einen besseren Abtransport auf. Zudem stabilisiert es die natürliche Schutzfunktion der Haut; die Gefahr von Entzündungen im Gehörgang wird eingedämmt. Hält der Juckreiz an und gesellen sich andere Symptome wie Ausschlag am Ohr, ein ablaufendes eitriges Sekret oder Ohrenschmerzen hinzu, gilt auch hier: ab zum HNO-Arzt! Denn hinter einem juckendem Ohr können neben Infektionen auch eine Schuppenflechte, Neurodermitis oder eine Allergie stecken. 

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